Adrien - Montag 30 März 2026

🧪 Absolute Datierung prähistorischer Gemälde, einschließlich derer von Lascaux

Ein von einer CNRS-Forscherin geleitetes Forschungsteam hat erstmals präzise das Alter von Wanddarstellungen in der Höhle von Font-de-Gaume (Les Eyzies) bestätigen können, wie in einer am 9. März 2026 in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichten Arbeit berichtet wird.

Bisher war es tatsächlich unmöglich, die paläolithische Höhlenkunst der Region, einschließlich der von Lascaux, mit der Radiokarbonmethode (C14) sicher zu datieren, da die Gemälde angeblich nur Eisen- und Manganoxide enthalten sollten. Allerdings hatte keine Studie jemals das Fehlen von Kohlenstoff bestätigt.


Hyperspektrales Bild, aufgenommen mittels Reflectance Imaging Spectroscopy (RIS) der Wandtafel am Carrefour. Es zeigt einen visuellen Kontrast zwischen den mit Kohlenschwarz ausgeführten Darstellungen (in Rot, Hirsch HB14 und Bison HB15) und denen, die mit schwarzen Manganoxiden ausgeführt wurden (in Grün, Bison HB14).
© TU Delft, Matthias Alfeld.


Um diese Überprüfung durchzuführen, untersuchten die Wissenschaftler die chemische Zusammensetzung zweier schwarzer Zeichnungen, die einen Bison und eine Maske darstellen, mittels Mikro-Raman-Spektrometrie und hyperspektraler Bildgebung. Diese nicht-invasiven Methoden ermöglichten den Nachweis von Holzkohlespuren in den schwarzen Pigmenten. Das gleichmäßige Vorkommen von Holzkohle in allen schwarzen Linien der Figuren schloss die Hypothese einer Kontamination durch Graffiti oder touristische Aktivitäten in der Höhle aus.

Für die Radiokarbondatierung wurden außergewöhnlicherweise Mikroproben entnommen. Obwohl diese Datierung bei so wenig Material schwer durchzuführen ist, bestätigten Analysen eine Datierung in das Jungpaläolithikum, etwas jünger als bisher angenommen: Der Bison wurde demnach zwischen 13.461 und 13.162 kalibrierten Jahren vor heute gemalt, während verschiedene Teile der Maske zwischen 8.993 und 8.590 kal. BP, 15.981 und 15.121 kal. BP sowie zwischen 15.297 und 14.246 kal. BP gemalt worden sein sollen.

Dank dieser neuen Analysemethodik hoffen die Wissenschaftler, eine präzise Datierung weiterer paläolithischer Figuren zu erhalten und so den Weg für ein besseres Verständnis der Höhlenkunst und der sie schaffenden Bevölkerungsgruppen zu ebnen.

Quelle: CNRS INC
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