Adrien - Montag 27 April 2026

⚙️ 430.000 Jahre alte Werkzeuge in Griechenland entdeckt

In Griechenland enthüllt eine außergewöhnliche archäologische Entdeckung, dass vor etwa 430.000 Jahren Werkzeuge verwendet wurden. Sorgfältig analysierte bearbeitete Holzstücke erweitern die Grenzen unseres Wissens über alte Technologien.

Die Analyse dieser Objekte, die von einem internationalen Team durchgeführt wurde, zeigt, dass sie aus Erle sowie Pappel oder Weide gefertigt wurden. Darüber hinaus bezeugen unter dem Mikroskop beobachtete Schnitt- und Abnutzungsspuren eine gezielte Herstellung und Verwendung durch menschliche Gruppen des Mittleren Paläolithikums.


Darstellung einer Frau aus dem Paläolithikum, die einen Grabstock aus einem Erlenstamm herstellt. Diese Holzart wurde auf der Fundstelle Marathousa 1 verwendet.
Bildnachweis: G. Prieto, K. Harvati.

Diese Überreste wurden auf der Fundstelle Marathousa 1 auf der Peloponnes ausgegraben. Dieser Ort war einst das Ufer eines Sees, der von Menschen und großen Tieren wie Elefanten aufgesucht wurde, wie entsprechende Knochenfunde belegen. Es handelte sich wahrscheinlich um eine Zone zum Zerlegen von Tieren und für alltägliche Aktivitäten.

Die mikroskopische Untersuchung der Oberflächen ermöglichte es, die von Steinwerkzeugen hinterlassenen Spuren von denen durch Tiere zu unterscheiden. Ein Stück Erle weist Schnittspuren und eine Abnutzung auf, die zu einem Grabstock passen könnten. Ein kleineres Fragment aus weichem Holz zeigt ebenfalls Anzeichen menschlicher Bearbeitung.


Ein kleines Holzwerkzeug, das in Marathousa 1 entdeckt wurde und dessen genaue Funktion noch zu bestimmen ist.
Bildnachweis: N. Thompson, K. Harvati.


Diese Entdeckung in Griechenland hat eine besondere Bedeutung in globalem Maßstab. Obwohl ältere Holzkonstruktionen in Sambia identifiziert wurden, sind die Werkzeuge von Marathousa 1 derzeit die ältesten bekannten tragbaren Holzobjekte und übertreffen andere Exemplare um mindestens 40.000 Jahre. Sie fügen somit ein neues Puzzleteil zur technologischen Evolution in Südosteuropa hinzu.

Die außergewöhnliche Erhaltung dieser organischen Materialien an dieser Fundstelle ist ein wichtiger Faktor. Sie steht im Kontrast zur generellen Seltenheit von Holzüberresten aus dieser Zeit. Die Forscher weisen auch auf das gemeinsame Vorkommen von Spuren menschlicher Aktivität und von großen Raubtieren hin, was eine manchmal konkurrierende Nutzung von Raum und Ressourcen in der Vorgeschichte zeigt.

Warum bleibt Holz so selten erhalten?


Das Überdauern von Holz über Hunderttausende von Jahren ist ein seltenes Ereignis, da sich dieses organische Material natürlicherweise zersetzt. Es bedarf sehr spezieller Umweltbedingungen, damit es dem durch Mikroorganismen und Insekten verursachten Verfall entgeht.

Ein wassergesättigtes und sauerstoffarmes Milieu, wie der Grund eines ehemaligen Sees oder ein Moor, ist oft förderlich. Die permanente Feuchtigkeit verhindert den aeroben Abbau, und die im Wasser enthaltenen Mineralien können das Holz imprägnieren, es teilweise mineralisieren und verstärken.

Die Fundstelle Marathousa 1 profitierte wahrscheinlich von solchen Bedingungen. Der Sauerstoffmangel und ein geeigneter pH-Wert könnten ein anoxisches Milieu geschaffen haben, das die Holzstücke vor dem vollständigen Zerfall bewahrte. Diese besonderen Umstände bieten einzigartige Einblicke in Aspekte menschlichen Verhaltens, die in archäologischen Aufzeichnungen normalerweise unsichtbar bleiben.

Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences
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