Adrien - Samstag 4 Juli 2026

😄 15 Millionen Jahre Lachen: Was unsere Vorfahren unserer Stimme vererbten

Eine Studie von Forschern der Universität Warwick zeigt, dass Menschen, Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans alle denselben grundlegenden Lachrhythmus teilen. Dieser regelmäßige Rhythmus mit gleichmäßigen Abständen zwischen den Lauten wurde von einem gemeinsamen Vorfahren geerbt, der vor mindestens 15 Millionen Jahren lebte. Eine Entdeckung, die unser Verständnis der Evolution der Sprache beim Menschen verändert.

Bislang war unbekannt, wie sich unser Lachen seit unseren entfernten Verwandten entwickelt hat. Durch die Analyse von 140 Lachsequenzen, die bei vier Orang-Utans, zwei Gorillas, drei Bonobos, vier Schimpansen und vier Menschen aufgezeichnet wurden, stellten die Wissenschaftler ein gemeinsames Muster fest: Alle erzeugen Lachen mit regelmäßigen Rhythmen. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die grundlegende rhythmische Struktur bereits bei unserem letzten gemeinsamen Vorfahren vor etwa 15 Millionen Jahren vorhanden war.


Bildillustration Unsplash


Obwohl der grundlegende Rhythmus des Lachens unverändert geblieben ist, hat das menschliche Lachen an Geschwindigkeit und Vielfalt gewonnen. Nur Menschen können ihr Lachen je nach den Umständen modulieren: Ein unkontrollierbares Lachen unter Kitzeln unterscheidet sich von einem höflichen Lachen in einer Besprechung, einem nervösen Lachen nach einem Fehler oder einem ansteckenden Lachen unter Freunden. Diese Flexibilität, die bei anderen Menschenaffen fehlt, zeigt, dass Menschen eine bewusste Kontrolle über ihre Lautäußerungen entwickelt haben.

Diese Fähigkeit, den Rhythmus des Lachens zu kontrollieren, wäre ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur gesprochenen Sprache. Die Forscher vermuten, dass unsere Vorfahren allmählich mehr Kontrolle über den Zeitpunkt und die Form ihrer Lachausbrüche erlangten. Eine fortgeschrittene stimmliche Kontrolle, die eine der Grundlagen der Sprache bildet. Lachen hinterlässt keine Fossilien, aber seine vergleichende Studie bietet einen einzigartigen Einblick in unsere stimmliche Vergangenheit.

Das Team aus Warwick betont, dass die Entwicklung der menschlichen Stimmkontrolle nicht abrupt erfolgte. Die Ergebnisse deuten auf eine Kontinuität über mehrere Millionen Jahre hin, wobei sich die Modulationsfähigkeiten allmählich verfeinerten. Das Lachen der heutigen Menschenaffen trägt noch Spuren dieser langen Entwicklung, wie ein akustisches Echo unserer Evolutionsgeschichte. Der Mensch wäre also nicht der Einzige, der rhythmische Veranlagungen für die Sprache besitzt.

Diese im Journal Communications Biology veröffentlichte Studie könnte dazu beitragen, zu verstehen, wie die Sprache entstanden ist. Indem sie das Lachen unserer nächsten Verwandten hören, hoffen die Wissenschaftler, die stimmlichen Veränderungen nachzuverfolgen, die zum Erscheinen des modernen Menschen führten. Das Lachen wird weit mehr als ein bloßer emotionaler Ausdruck zu einem Forschungsinstrument, um die Ursprünge unserer Sprache zu erforschen.

Quelle: Communications Biology
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